Bremen. Mit zitternden Schritten wandern sie auf die Bühne. Für eine Nacht nur, um dann mit 120 Sachen loszulegen. Immer nur nach vorne. Nach vorne! Es geht um Ruhm, Ehre und vor allem um eine Studioproduktion im Wert von 10.000 Euro. Mit 120 Sachen raus auf die Bretter noch mehr Gas geben. Live in Bremen, der Bandwettbewerb seit nunmehr elf Jahren. - und wieder geht es für sechs Bands um alles. Schweißnasse Hände hatten auch die Bremer
Zebra und die Osterholzer
Kleinstadthelden, als nur noch sie übrig blieben im Finale um den ersten Platz. Und dann waren die kleinen Helden ganz groß. Das Bier spritzte, die Fäuste rissen sie nach oben, sie schrieen, sie jubelten und Sänger Simon Lam stand zwischendurch einfach nur fassungslos auf der Bühne und blickte ins Publikum.
Neben den beiden erwähnten Kapellen starteten
Grillmaster Flash & Bademoden mit Spitze,
Hate2Lose,
Rauschenberger und
My Enemies XII Mistakes auf der 17 Meter langen und neun Meter breiten Bühne in der bremer Kesselhalle. Geschwitzt, gefreut, gelacht, gesungen, gespielt und geträumt haben sie alle an diesem Abend. Auch das Publikum kam ins Schwitzen, auch wenn der Wettbewerbs nicht ganz so gut besucht war wie die Jubiläumsausgabe im vergangenen Jahr.
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 Rauschenberger |
Das schwere Los als erste Band auf die Bühne zu treten, hatten
Rauschenberger gezogen. Für viele der Geheimtipp des Abend. Die Jury hatte es am Ende dann aber komplett anders gesehen und setzte Daniel Rauschenberger (Gesang, Gitarre), Lars Ehrhardt (Gitarre, Gesang), Felix Weigt (Bass, Gesang) und Paul Kaiser (Schlagzeug) nur auf den fünften Rang. Dabei zogen die Jungs definitiv in ihren Bann. Sänger Daniel überzeugt mit feinstem Songwriting, mit authentischen Geschichten und damit mit Liedern, die fesseln. Die Band schaffte eine Atmosphäre, bewies Ausstrahlung und wirkte ausgereift. Los legte das Quartett mit den Stücken wie „Großstadtleben“ und „Wie es war“ etwas ruhiger. Songs zwischen Großstadtgeflüster, Gitarrespielen auf dem Feld und dem Rauschen des Meeres. Zum Zuhören, aber auch zum Rocken.
Trackliste: „Wie es war“ / „Großstadtleben“ / „Kein Weg zu weit“ / „Du bleibst“/ „Welten“ / „Nachtblind“ / „Ich halte still“.
Ganz etwas Anderes sagte Fabsi, Rock-Urgestein und Mitglied bei den Mimmi's, im Anschluss an: Mit
My Enemies XII Mistakes gab es so richtig was auf die Mütze. Energiegeladener Pop 'n' Core und Rockstarposen ohne Ende. Sie selbst sagten im kleinen Videoeinspieler, dass es Musik zwischen Whitney Houston und Hardcore sei. Und irgendwie passt das. Christian Wessel (Screams) schreit, Schlagzeuger Oliver Grimm sorgt für die etwas melodiöseren Klänge und Bassist Hendrik “Linc” Torst schreit und singt, wenn er nicht gerade wie wild geworden auf der Bühne herumturnt und die Gitarre durch die Luft schwingt. Die Gitaristen Jens Schwanbeck und Marc Fortmann liefern den Rest zum Gebrüll-Sing-Sang mit Moshpit-Gefahr. Und das Bild des kochenden Kessels („die Kesselhalle kochte“) muss hierbei einfach herhalten, denn das Publikum hatte eben bei Rauschenberger noch zugehört, nun begann es Kopf zu stehen. Stimmung inklusive.
Trackliste: „Reborn“ / „Betty“ / „Torment“ / „Fiao“ / I still hear your words“ / „Wrong turn“ / „Dazzler“.
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 Zebra |
Wiederum eine andere Musikrichtung präsentierten
Zebra. Melodische Pop-Rock Musik, die etwas an eine melancholische Variante von Coldplay oder Kings of Leon erinnerte. Sänger André Hubert hatte wie
My Enemies XII Mistakes-Schreihals Christian Wessel einen weißen Anzug gewählt und hob sich nicht nur dadurch von seinen Bandmitgliedern Enno Legien (Gitarre), Pieter Santjer (Bass) und Thomas Lindner (Schlagzeug) ab. Hubert bestimmt das Geschehen auf der Bühne und bringt seinen sentimentalen Ausdruck zur Geltung. Mal Indie, mal Alternative, aber mit einem klaren Konzept. Durch den zweiten Platz sicherten sich
Zebra nicht nur einen Auftritt auf der Breminale, sondern auch 1500 Euro, die es in Instrumente zu investieren gilt.
Etwas stürmischer wurde es dann wieder mit
Hate2Lose. Variierende Stilmittel, kompromissloser Sound und ansatzweise Gitarrenwände wirkten auf das Publikum. Alternativer Knaben-Core schreiben die Jungs auf ihrer Myspace-Seite. Und irgendwie trifft es das auf den Punkt. Felix (Gesang), Flosse (Gitarre, Gesang, Keyboard), Barclay (Gitarre, Gesang), Kai (Bass), Flo (Schlagzeug) und Bo (Hero of Keys) überzeugten damit einen Teil der Jury und landeten auf dem vierten Rang.
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 Große Helden aus der Stadt |
Einen richtigen Plan hatten sich die
Kleinstadthelden gemacht, wie ihre Setliste verriet. Mit den beiden Songs „Feuer“ und „Fliegen fressen“ eröffneten sie ihren Auftritt um schon mit „Indie Boys“ interaktiv zu werden und das Publikum mit einzubeziehen. Bei „Reise“ gab es dann Pappschilder, die die Zuhörer im Schlachthof zum mitsingen animierten. Es folgten „Resignation“ und „Was soll er denn tun“ bevor Simon Lam (Gitarre, Gesang), Felix Weidenhöfer (Gitarre/ Piano / Gesang) und Nils Freesemann (Bass) sowie Schlagzeuger und Produzent Uli Wortmann das Finale mit Seifenblasen einläuteten. Zum Song „Gucken“ durften die in der ersten Reihe stehenden Personen durch den Plastikring die Seifenblasen verteilen.
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 Stand auch am Grill |
Eine richtige Inszenierung hatten sich
Grillmaster Flash & Bademoden mit Spitze ausgedacht. So klingelte das Telefon und die Schwester beschwerte sich, die Bassistin Magdalena Moskovskaya schminkte sich zwischendurch oder trank Sekt mit Schlagzeugerin Henderson. Zwischen Comedy und Punk unterhielt Songschreiber, Kneipengänger und Exil-Blumenthaler Grillmaster Flash und brachte zwischendurch die Anwesenden zum Lachen. Er bezeichnet sich selbst als Alkoholfreund, Langzeitstudent und jobbedingten Frühaufsteher. Murphy Gärtner an den Tasten und der Gitarre war indes mindestens genauso aktiv und brachte zum Abschluss den „verstorbenen“ Grillmaster als Frikadellen auf dem Tablett wieder herein.
Freuen wir uns also auf die zwölfte Ausgabe 2010. Und wenn Fabsi wieder sagen wird: "Es war die spannenste Entscheidung, die wir bisher hatten". (
pfa)
Und das berichteten wir am 3. Mai
Bremen. So sehen Sieger aus: Die
Kleinstadthelden aus Osterholz gewinnen den Bandwettbewerb Live in Bremen. Die Jungs freuen sich über eine CD-Produktion im Wet von 10.000 Euro sowie einen Auftritt bei nder Breminale. Ebenfalls bei der Breminale werden die Combos
Zebra und
Grillmaster Flash & Bademoden mit Spitze auftreten. Sie sicherten sich den zweiten und dritten Platz.
Wenn wir wieder zu uns gekommen sind, werden wir die Bilder sichten und natürlich einen ausführlichen Nachbericht folgen lassen.
Und hier noch mal die Platzierungen in der Übersicht:
1.
Kleinstadthelden
2.
Zebra
3.
Grillmaster Flash & Bademoden mit Spitze
4.
Hate2Lose
5.
Rauschenberger
6.
My Enemies XII Mistakes
(
pfa)